DFKI forscht für die Energiewende

Forschungsprojekt PolyEnergyNet gestartet Mit einem ganzheitlichen Ansatz sollen zukünftige Energieversorgungsnetze effektiv organisiert werden. Auf diese Weise können Schwankungen in den Netzen und Bedrohungen wie Naturkatastrophen oder Cyber-Attacken besser bewältigt werden.

In PolyEnergyNet – Resiliente Polynetze zur sicheren Energieversorgung – werden besonders widerstandsfähige Ortsnetze mit multiplen Energieformen erforscht, exemplarisch realisiert und bis zur Pilotphase vorbereitet. Neben dem Stromnetz als „Leitnetz“ spielen auch Wärme- und Gasnetze mit allen Arten von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern zusammen. Ein IKT-System dient dem Monitoring und der Steuerung des Gesamtsystems, das dann als Polynetz bezeichnet wird.

Solche Netze zeichnen sich durch einen robusten Betrieb aus, der sowohl auf die Volatilität der Einspeisung dezentraler erneuerbarer Energiequellen als auch auf unvorhersehbare Ereignisse bis hin zu Hacker-Angriffen reagieren kann. Im Projekt soll eine geeignete Informationsinfrastruktur geschaffen werden, die es selbst bei kritischen Netzzuständen erlaubt, innerhalb eines Ortsnetzes oder Straßenzugs einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten bzw. Teile abzuschotten, bis eine Wiedereingliederung in das Gesamtsystem möglich ist.

Kern von PolyEnergyNet ist der Aufbau eines holaren Systems, das tolerant gegen Dysfunktionen einzelner Sektionen ist, die unabhängig voneinander funktionsfähig sind. In jedem Teilsystem werden in Realzeit Daten erfasst und ausgewertet. Auf dieser Basis können Angriffe von außen oder kritische Zustände innerhalb des Polynetzes schnell erkannt, gekapselt und in kürzester Zeit behoben werden.

Das DFKI hat als Forschungspartner bereits maßgeblich mitgewirkt in PeerEnergyCloud, einem Projekt zur intelligenten Nutzung erneuerbarer Energien durch Cloud-Lösungen und nachbarschaftlichen Energiehandel. Mit seiner Expertise in den Bereichen Smart Grid, Smart Metering und KI-Methoden übernimmt der DFKI-Forschungsbereich Intelligente Benutzerschnittstellen in PolyEnergyNet die Aufgabe, die aus den einzelnen Teilbereichen (Ortsnetztransformatoren, Smart Meter, Leitstellen, etc.) gewonnenen Daten zusammenzuführen. Mit Hilfe maschineller Lernverfahren werden auf Basis dieser Werte Berechnungen durchgeführt, mit denen sich Vorhersagen treffen lassen.

Das Projekt PolyEnergyNet wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über eine Laufzeit von mehr als drei Jahren gefördert. Es handelt sich um ein Projekt des Software-Cluster, zu den Partnern zählen neben dem DFKI das KIT (Karlsruhe), Technische Universität Berlin, Scheer Management GmbH (Saarbrücken), Stadtwerke Saarlouis, Technische Universität Darmstadt, [ui!] – the urban institute® (Chemnitz), VOLTARIS GmbH (Maxdorf), VSE Verteilnetz GmbH (Saarbrücken) sowie B.A.U.M. Consult GmbH (München).

Zu Besuch beim ersten informellen Austausch zu LIESA in Berlin: Christian Petry (SPD), MdB; Prof. Wolfgang Wahlster, CEO DFKI; Peter Altmaier (CDU), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes; Dr. Ralf Levacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis GmbH; Johannes Hauck, Hager Electro GmbH & Co KG, Bildquelle: Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin

LIESA-Initiatoren treffen Bundespolitiker und Energie-Experten in Berlin

Über die konkrete Projektarbeit hinaus engagiert sich das DFKI auch in der Landesinitiative Energieinnovationen Saar (LIESA). In diesem Verbund sind wichtige Akteure vernetzt, die das Energieland Saar und die Energiewende voranbringen wollen. Zu diesem Zweck empfing LIESA am 22. September 2014 in der saarländischen Landesvertretung in Berlin hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu einer Informationsveranstaltung über neue Konzepte für das Zusammenwachsen der Bereiche Strom, Wärme und E-Mobilität.